Treibacher bei WorldSkills in Kazan

Elektrotechniker André Pemberger, Lehrling des Jahres 2016, hatte sich im Rahmen der AustrianSkills für die WorldSkills 2019 qualifiziert. Bei diesen Berufsweltmeisterschaften in Kazan (RUS) konnte er sich mit den Besten der Besten aus aller Welt messen.

26.08.2019

Pemberger vertritt Treibacher bei WorldSkills 2019 


Das Abenteuer WorldSkills startete für André Pemberger, den ehemaligen Treibacher Elektrotechnik-Lehrling bereits vor drei Jahren, als er sich den Sieg beim Landeslehrlingswettbewerb holte und in weiterer Folge zum Lehrling des Jahres 2016 gewählt wurde. Durch diese Erfolge qualifizierte sich Pemberger für die AustrianSkills 2018 in Salzburg. Und obwohl er sich bei diesem Wettkampf nicht unter den besten Teilnehmern wähnte erreichte er Platz zwei und erhielt damit das Ticket für die WorldSkills 2019 im russischen Kazan.

Intensive Vorbereitung

Die Freude über diese einmalige Gelegenheit, sich international in seinem Fachbereich zu messen, trübte sich für Pemberger kurz ein, als ihm bewusst wurde, welch intensive Vorbereitungszeit ihm bevorstand. Bereits im April begann er mit den ersten Vorbereitungen und diese sollten bis zum Wettkampf unfassbare 600 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen. „Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass die Firma mich von meinen eigentlichen Tätigkeiten freistellte und ich mich in meiner Arbeitszeit auf die WorldSkills vorbereiten konnte“, freut sich Pemberger über das Entgegenkommen von Seiten des Unternehmens.

Während dieser Zeit bildete sich Pemberger intern vor allem im Bereich der Programmierung weiter und erhielt im Lehrlingsausbildungszentrum auch einen Übungsbereich, in dem er das international vorgegebene Testprojekt (Schaltkastenbau, Verkabelung, Programmierung) mehrfach aufbauen konnte. „Das Schwierigste für mich war es, mich selbst zu motivieren, immer wieder dasselbe Projekt zu bauen und von Mal zu Mal effizienter zu werden. Du hast 18 Stunden Zeit für die Projektumsetzung und beim ersten Mal brauchst du über 25 Stunden – da bist du kurz vorm Verzweifeln“ zeigt Pemberger die Herausforderungen auf. Und dennoch: mit jedem Durchgang steigerte sich die Effizienz und er kam tatsächlich an die vorgegebene Zeit heran. Hilfreich dafür waren neben den drei Teamtreffen, bei dem sich alle 46 Österreichischen Teilnehmer trafen und sich austauschten, vor allem ein Drei-Nationen-Treffen (Österreich, Deutschland und die Schweiz) in der Nähe von Zürich. Dort konnte sich Pemberger vom Schweizer Teilnehmer viel abschauen und sich noch weiter verbessern. Zudem erhielt er Unterstützung von einem Experten der VoestAlpine, der ihm hilfreiche Tipps mit auf den Weg gab.

 

Abenteuer WorldSkills

Nach einem eintägigen Sightseeing-Trip durch Moskau ging es für die österreichische Abordnung nach Kazan, wo alle Teilnehmer der WorldSkills im Rahmen einer pompösen Eröffnungsfeier begrüßt wurden. „Du stehst im Spielertunnel und hörst den Namen deines Landes. Dann betrittst du das Stadion und 45.000 Leute jubeln – da fühlst du dich wie ein Star“ versucht Pemberger die Gänsehautatmosphäre zu beschreiben.

Dass er trotz all der Aufregung vor dem ersten Wettkampftag sehr gut geschlafen hat, kann sich Pemberger nicht so recht erklären. Die Nervosität ist erst eine halbe Stunde vor dem Beginn des Wettkampfes gekommen, war aber mit dem Startschuss auch schon wieder vorbei, „denn da bist du abgekapselt in deiner eigenen Welt. Du hast deinen Gehörschutz und die Schutzbrille auf und konzentrierst dich nur auf deine Aufgabe.“ Da störten auch die an die 200.000 Zuschauer und das dauernde Blitzlichtgewitter nicht. Das alles bekam Pemberger nur in den wenigen kurzen Pausen mit, die er an den vier Wettkampftagen einlegte.

 

Einzigartige Erfahrung

Da die langen Wettkampftage sehr an die Substanz gingen, konnte Pemberger an dem Unterhaltungsprogramm, das den Teilnehmern im „Olympischen Dorf“ geboten wurde, nicht teilnehmen. Dennoch nahm er viele neue und lehrreiche Erfahrungen mit. Pemberger faszinierten vor allem die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Wettkampfprojekt: während in Europa mehr Wert auf das Verständnis zur Lösung eines Problems gelegt wird, bereiten sich Teilnehmer aus asiatischen Länder zum Teil jahrelang auf solche Wettkämpfe vor und üben immer wieder das Testprojekt, bis sie es perfekt beherrschen. Davon zeugen die Plätze eins (Korea) und drei (China) bei den diesjährigen WorldSkills. Obwohl er diesmal keinen Top-Platz belegen konnte, kann Pemberger mit seinem Abschneiden sehr zufrieden sein. Schließlich ist er einer besten 20 Elektrotechniker weltweit.

„Alles in allem war das eine einzigartige Erfahrung, die mir keiner mehr nehmen kann“ resümiert Pemberger seine Teilnahme an den WorldSkills und rät jedem Lehrling, sich an Lehrlingswettkämpfen zu beteiligen um ebensolche Erfahrungen zu sammeln. „Schließlich weiß man nie, wie weit es geht. Plötzlich ist man bei WorldSkills dabei und repräsentiert Österreich und Kärnten“ bringt Pemberger den Reiz des Wettkampfes auf den Punkt.

  

„Ich möchte mich nicht nur beim Vorstand der Treibacher Industrie AG bedanken für die zeitlichen, finanziellen und technischen Ressourcen, die mir während meines Abenteuers WorldSkills zur Verfügung gestanden sind. Stellvertretend für alle Kollegen, die mich tatkräftig unterstützt und motiviert haben, möchte ich mich bei meinem ehemaligen Lehrlingsausbilder, Herbert Paßegger, bedanken. Ohne eure Unterstützung wäre ich wohl nicht so weit gekommen. Danke!“

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